Experiment mit Tiereiweiß - Februar 2008
Seit fast zwei Jahren lebe ich strikt tiereiweißfrei nach Bruker, d.h. ich habe weder Käse, Joghurt noch Dickmilch gegessen oder Milch getrunken. Anfänglich hat mir das sehr gut getan. Ich stehe - vor allem nach der Lektüre des Buchs "The China Study" auch theoretisch voll hinter diesem Konzept.
Dennoch gehöre ich zu den Menschen, die ihre eigenen Erkenntnisse häufig auch wieder in Frage stellen und erneut überprüfen. So sprach ich gestern mit einer Freundin, die den Eiweiß-Spezialisten Wendt gründlich gelesen hat, der sagt, dass wir unsere Eiweißspeicher immer mal wieder komplett leeren sollen. Meine Eiweißspeicher sind aber sicherlich leer. Auch hat ihr Mann, der aus gesundheitlichen Gründen mehrere Jahre strikt tiereiweißfrei gelebt hat, Rillen in den Fingernägeln. Seitdem er vor etwa 4 Monaten eine leichte Öffnung seiner Ernährung zum Käse hin vorgenommen hat, sind die Fingernägel besser geworden. Das wiederum finde ich sehr interessant, denn solche Nagelerscheinungen habe ich auch.
Nach wie vor bin ich auch überzeugt davon, dass vor allem Allergiker und Rheumatiker sich mit tiereiweißfreiem Essen nur Gutes tun können. Ich habe auch schon von Fällen gelesen, wo nach ein oder zwei oder mehr Jahren tiereiweißfreier, veganer oder rohkostiger Ernährung die Beschwerden verschwinden und kleine Mengen Tiereiweißfrei wieder vertragen werden.
Dies ist keine Abkehr von der tiereiweißfreien Ernährung. Es ist ein Selbstversuch, in dem ich testen will, ob gelegentlicher Tiereiweißverzehr auch positive Wirkungen haben kann.
8. Februar 2008:
Was
habe ich bis jetzt gemerkt? Nicht viel, allenfalls Tendenzen, die ich beobachten
werde.
9. Februar 2008:
Ich
brauche deutlich mehr Schlaf, und komme dann "kaum" aus dem Bett.
Das verleidet mir meinen Versuch im Moment schon ziemlich. Aber ich bleibe noch
ein paar Tage dran, vielleicht tut sich ja auch was Positives. Heute hatte ich
mir nun extra eine Pizza gemacht, richtig mit Käse überbacken. Gähn. Warum habe
ich immer gedacht, dass auf eine Pizza Käse gehört? Das ist schon sehr erstaunlich.
Was mir jedoch immer gut schmeckt, ist Joghurt angerührt mit Frucht oder Haferflocken.
10. Februar 2008:
Ich
gebe dem Experiment nicht mehr lange. Ich habe neuerdings riesigen Durst, der
Appetit auf das Süße ist immer noch stärker. Zusätzlich fällt es mir sehr viel
schwerer als sonst, nicht zwischen den Mahlzeiten zu essen. Bzw. - ich schaffe
es nicht so wie sonst. Dann ist auch mein immer vorhandener Appetit auf Gemüse
extrem zurückgegangen, lieber denke ich an Milch- und Joghurtspeisen mit Obst.
Auch wenn ich das erledige, was ich tun muss - ich also nicht völlig apathisch
bin -, fallen doch viele Dinge aus Lustlosigkeit unter den Tisch, die ich sonst
locker erledige, ohne mir extra einen Tritt zu geben. Wie zum Beispiel das Klavier
spielen morgens. Vielleicht sollten ja all die, die mit dem Verzicht auf Süßes
so große Schwierigkeiten haben, mal die Tiereiweißfreiheit ausprobieren? Würde
mich mal interessieren, ob das nur bei mir so ist oder generell.
11. Februar 2008:
Nachts
bin ich schweißgebadet aufgewacht. Ich breche das Experiment als noch einer
Woche als Fehlschlag ab. Ich werde vielleicht in einem halben Jahr nochmal einen
Versuch wagen, einfach weil es mich selbst interessiert, ob ich wieder so reagiere.
Für mich ist meine Erfahrung doch ein sehr starker Hinweis darauf, wie tierisches
Eiweiß uns quasi "vergiftet". Es ist auch nicht einfach eine Sache
der Gewöhnung: Wenn ich nämlich nach 4 Wochen Rohkost wieder normal-vollwertig
esse, bekomme ich keine dieser merkwürdigne Probleme.
16. Februar 2008:
Mir
geht es wieder bestens, mein Appetit hat sich normalisiert, und ich schlafe
nachts wieder normal.