Biskuit-Buttercremetorte ohne Ei

Hier die Variante einer Leserin, die am Preisausschreiben Nov. 2009 teilnimmt:

Dies war die Aufgabe für mich in einem Preiswettbewerb: Biskuitboden ohne Ei, im Thermomix hergestellt. Die vorgeschlagene Belegung (Erdbeeren mit Sahne) fällt für mich flach, weil ich so viel Kuchen nicht esse, und Einfrieren geht ja da nicht.

ACHTUNG:
Wie mir heute eine Thermomix-Spezialistin mitteilte, habe ich "gefährliche" Angaben gemacht. Ups, ich habe wohl Glück gehabt, denn den Rühreinsatz soll man nicht bei Geschwindigkeiten über Stufe 4 einsetzen. Müsste man dann probieren, ob das auf Stufe 4 und 2 oder 3 Minuten schlagen auch so schön schaumig wird.

Wer direkt zum Rezept will, klickt bitte: hier.

Werdegang:

Aufgabe war also Biskuit ohne Ei. Schon vor längerem hatte ich mal ein Rezept gefunden und verwahrt, wollte ich immer mal machen. Nun frisch vor diese Aufgabe gestellt, hielt ich es für sinnvoller, mich erst einmal im Internet zu informieren. Dabei fand ich 5 verschiedene Rezepte, die im Grunde ähnliche Zutaten (Mehl, Öl, Wasser, Backpulver) aufwiesen. Welche Mengen aber sind richtig? Erst einmal habe ich mir eine Übersicht erstellt:

Zutat

Rezept 1

Rezept 2 (vollwertig)

Rezept 3

Rezept 4

Rezept 5

Mehl

300 g

200 g + 50 g Nüsse

250 g

300 g

250 g + 100 g Nüsse

Süßmittel

170 g Zucker

120 g Honig

150 g Zucker

250 g Zucker

200 g Zucker

Backpulver

1 P

1 P

1 P

1 P

1 P

Öl

90 ml

40 ml

135 ml

90 ml

40 ml

Mineralwasser

375 ml

310 ml

250 ml

375 ml

400 ml (Soyamilch)

/Flüssigkeit)

465 ml

350 ml

385 ml

465 ml

440 ml

Gewürz

Vanillezucker

Vanille gemahlen

Vanillezucker

Vanillezucker

Vanillezucker

Weitere Überlegung: Da ich ja eine Torte machen wollte, also zwei Böden brauchte, wollte ich mich lieber an 300 g orientieren. Da ich das Durchschneiden von Böden immer kompliziert finde, habe ich einfach zwei Springformen eingeplant. Nun ging es darum, alle Zutaten auf 300 g Mehl bzw. Mehl + Nüsse umzurechen. Einmal hochrechnen von 250 g: Laut Dreisatz ist dann immer zu rechnen 300 : 250 = errechnete Zutat : vorhandener Zutat. Einmal gibt es 350 g feste Zutaten, da muss ich herunterrechnen, also 300 : 350 : errechnete Zutat : vorhandene Zutat. Ich brauchte also zwei Faktoren, 300 : 250 = 1,2 bzw. 300 : 250 = 0,86.

Nun brauchte ich nur noch alle Zutatenmengen mit dem jeweiligen Faktor multiplizieren und mich dann entscheiden, welche Mengen mir sinnvoll vorkommen. Diese Übersicht zeigt sehr gut, welche Rezepte vom Durchschnitt abweicihen: 35 ml Öl ist sehr wenig, in diesem Rezept ist die Flüssigkeitsmenge insgesamt untypisch niedrig. Die Idee, Nüsse einzuarbeiten, gefiel mir gut, macht das Ganze saftig. Damit das Mehl sich möglichst fein mahlen lässt, habe ich Einkorn und Dinkel gemischt. Eventuell könnte man das Mehl sieben (Siebrückstand erneut mahlen). Außerdem entschied ich mich, noch zusätzlich etwas Salz hinzufügen, das gibt bei normalen Biskuitteigen "Halt".

Zutat

Rezept 1

Rezept 2 (vollwertig)

Rezept 3

Rezept 4

Rezept 5

Mein Rezept

Mehl

300 g

300 g

300 g

300 g

300 g

250 g + 50 g Nüsse

Süßmittel

170 g Zucker

145 g Honig

180 g Zucker

300 g Zucker

170 g Zucker

170 g Honig

Backpulver

1 P

1 P

1 P

1 P

1 P

1 P

Öl

90 ml

50 ml

160 ml

90 ml

35 ml

80 g

Mineralwasser

375 ml

375 ml

300 ml

375 ml

345 ml

370 g

(Flüssigkeit)

465 ml

425 ml

460 ml

465 ml

380 ml

460 g

Gewürz

Vanillezucker

Vanille gemahlen

Vanillezucker

Vanillezucker

Vanillezucker

Vanille gemahlen
OP-Salz

Das Rezept

  1. Ich hatte zu viel Buttercreme. Leider hatte ich die obere Platte schon auf die Füllung gelegt, sonst wäre eine zweite Schicht Buttercreme sehr schön gewesen, wäre auch alles nicht so platt.
  2. Auf jeden Fall den Teig auf Backpapier ablegen! Eine Platte ich auf Alu gelegt, da zog sich ein dicker Teigrest ab.
  3. Aus der überzähligen Buttercreme habe ich ein Eis gemacht: hier
     

Teig:
50 g Haselnüsse
125 g Einkorn
125 g Dinkel
1 Prise OP-Salz
1 Päckchen Weinstein Backpulver
1 Messerspitze gem. Vanille
170 g Honig
80 g Öl
370 g Mineralwasser

Nougatfüllung:
150 g Mandeln
2 Esslöffel Kakao (25 g)
50 g Honig
1 Messerspitze gem. Vanille
50 g Sahne

Buttercreme:
75 g Hirse
150 g Sahne
300 g Wasser
75 g Honig
1 Messerspitze gem. Vanille
1/2 TL gem. Curcuma (für die Farbe)
190 g Butter
50 g Honig

5 Teelöffel Trinkschokolade 100 % Kakao als Deko

Teig:
(Butter für die Buttercreme frühzeitig aus dem Kühlschrank nehmen.) Haselnüsse im Zerkleinerer fein mahlen. Getreide mischen und so fein wie möglich mahlen. Mit Backpulver, Salz und Vanille verrühren. Jetzt den Ofen auf 175 °C (Umluft) stellen. Honig, Öl und Mineralwasser in den Thermomix geben. Den Rühraufsatz auf das Messer stecken, 20 Sekunden auf Stufe 10, 40 Sekunden auf Stufe 5 schaumig rühren (ich hätte gerne 1 Minute auf Stufe 10 geschlagen, aber da lief die Flüssigkeit bei mir aus) [ACHTUNG! Siehe unbedingt Anmerkung oben zu den Thermomixgeschwindigkeiten!!!]. Dann den Einsatz oben aus dem Deckel nehmen. Thermomix auf Rückwärtseinstellung, Stufe 2 laufen lassen, dabei esslöffelweise die Mehlmischung hinzufügen. Der Teig HAT Biskuitkonsistenz! (Lässt sich sicher auch mit dem Handrührgerät herstellen.)
Die Böden von zwei Springformen mit Backpapier überspannen, jeweils die Hälfte des Teigs hineingießen. Auf Backbleche setzen, in den Ofen schieben (hat jetzt etwa 150 °C) und bei 175 °C insgesamt 25 Minuten backen (eventuell 30 Minuten, er scheint mir doch noch recht feucht).
Mit einem Messer am Rand entlang den Teig vom Rand lösen, Springrand öffnen, Backpapier auf Kuchengitter ziehen und gut auskühlen lassen. Einen Boden, am besten auf dem Papier, auf eine Tortenplatte ziehen.
 

Nougatfüllung:
Mandeln im Thermomix fein mahlen. Die anderen Füllungszutaten hinzugeben und bei Kneteinstellung 1 Minute zu einer streichbaren Masse rühren lassen. Auf die untere Teigplatte geben und gleichmäßig verstreichen (sinnvoll wäre es, hier ein Drittel der Buttercreme auf die Füllung zu streichen.). Die zweite Platte vorsichtig vom Backpapier ziehen und auf die Füllung geben.
 

Buttercreme:
Hirse fein mahlen. Sahne, Wasser, 75 g Honig und Vanille unter ständigem Rühren mit einem Schneebesen erhitzen, schon bald die Hirse einrühren. Zum Kochen bringen und unter Rühren kurz durchkochen lassen. Dann vom Herd nehmen, in kaltes Wasser stellen und abkühlen lassen. Dabei gelegentlich durchrühren. Wenn der Pudding lauwarm ist, die Butter mit dem Handrührgerät schaumig schlagen, Curcuma hinzugeben. Dann esslöffelweise den Pudding unterrühren. Zum Schluss noch 50 g Honig gründlich einrühren.

Etwa zwei Drittel der Buttercreme oben auf der Torte und am Rand mit einem Messer gleichmäßig verstreichen. Die Trinkschokolade am Rand verstreuen (oder einen Teil der Buttercreme schön aufspritzen, aber ich hasse das <G>). In den Kühlschrank stellen. Nach etwa 1 Stunde ist die Buttercreme schön fest & der Kuchen genießbar.

 

zurück